Am 16.05.2026 trafen wir uns um 9.30 Uhr am Forstparkplatz in Borstel zur internen 20-Stunden-Schweißprüfung ohne Richterbegleitung. Gemeinsam fuhren wir zunächst weiter in die Reviermitte. Dort erwartete uns ein herrliches Waldrevier mit abwechslungsreichen Beständen aus Laub- und Nadelbäumen. Die Bodenverhältnisse waren für die Schweißarbeit optimal und wechselten zwischen Laub, Moos sowie weichem Waldboden, wodurch sehr praxisnahe Bedingungen entstanden.
Bereits bei der Ankunft herrschte eine angenehme und zugleich gespannte Stimmung. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – sonnig, ruhig und nahezu ideale Bedingungen für die bevorstehenden Arbeiten im Revier.
Insgesamt nahmen drei Gespanne an der Prüfung teil. Trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl war die Anspannung bei allen Hundeführern deutlich zu spüren. Eine Schweißprüfung bleibt immer etwas Besonderes, weil hier nicht nur die Ausbildung des Hundes, sondern auch die Ruhe, das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Hund und Führer geprüft werden.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung wurden die einzelnen Fährten verlost. Anschließend wurde jeweils ein Hundeführer mit seinem Hund zur entsprechenden Fährte begleitet. Dort wurde die Zeit genommen und das jeweilige Gespann begann seine Arbeit. Nachdem der erste Hund gestartet war, folgten nacheinander die beiden weiteren Gespanne.
Ich persönlich hatte die Schweißfährte Nummer zwei zugelost bekommen. Am Anschuss angekommen, wurde mir dieser gezeigt und ich konnte mich in Ruhe vorbereiten. Obwohl man bereits einige Fährten gearbeitet hat und durchaus Erfahrung sammeln konnte, war die Aufregung in diesem Moment wieder deutlich spürbar. Besonders ungewohnt war die Situation ohne Richterbegleitung direkt hinter einem. Niemand stand beobachtend daneben, niemand gab Sicherheit durch seine bloße Anwesenheit. Dadurch entstand vielmehr das Gefühl, eine echte Nachsuche unter Praxisbedingungen zu arbeiten. Genau das machte diese Prüfung besonders spannend und zugleich anspruchsvoll.
Nachdem ich Toni angesetzt hatte, nahm er die Fährte sofort sehr sauber an und arbeitete konzentriert und ruhig los. Bereits auf den ersten Metern merkte ich, dass er sicher auf der Spur war. Zwischenzeitlich kamen wir einmal kurz von der Wundfährte ab, doch Toni arbeitete sich unmittelbar wieder selbstständig in die Fährte ein und setzte die Arbeit sicher fort. Gerade in diesem Moment wurde mir erneut bewusst, wie wichtig es ist, den eigenen Hund lesen zu können und Vertrauen in seine Arbeit zu haben.
Von den insgesamt fünf möglichen Verweiserpunkten konnten wir drei sicher ausarbeiten. Dafür kamen wir zügig und mit einer insgesamt schnellen Arbeitszeit zum Stück. Auch die beiden anderen Gespanne arbeiteten ihre Fährten erfolgreich bis ans Ende durch. Diese konnten vier beziehungsweise alle fünf Verweiserpunkte bestätigen, benötigten dafür jedoch etwas mehr Zeit bei der Ausarbeitung der Fährten.
Insgesamt war es eine sehr schöne und angenehm ruhige Prüfung. Durch die geringe Teilnehmerzahl entstand eine entspannte Atmosphäre, gleichzeitig waren die Fährten anspruchsvoll und praxisnah gelegt. Der gesamte Prüfungstag hat viel Freude gemacht und war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung.
Ein herzlicher Dank gilt nochmals der Prüfungsleitung sowie dem Mitrichter für die Organisation, die hervorragenden Fährten und den gelungenen Prüfungstag.
Corry Grube







